Für atemloses Aufhorchen sorgt seit geraumer Zeit ein von Pierre-Laurent Aimard konzipiertes, neues Konzert-Format, das so neu eigentlich nicht ist – geht es doch in seinem Kern auf die Anfänge des öffentlichen Musizierens zurück.
Unter dem Titel „Face to Face“ hatte dieses Konzertformat seine Premiere bei den Salzburger Festspielen 2026.
Face-to-Face, inmitten seiner Zuhörer, wie zu Schuberts Zeiten: Pierre-Laurent Aimard
Verwoben durch eine perfekte Inszenierung von Licht, Raum und Zeit, wird dieses Konzerterlebnis mit einer Auswahl von kleinen, intimen und vielleicht sogar unbekannten Perlen der größten Komponisten, zu einer einzigen wunderbaren Essenz alles Wesentlichen in der Musik. Und am Ende dieses, das gesamte menschliche Wesen durchdringenden Erlebens erkennt man, dass die Musik in ihrem Kern bei Weitem aus mehr besteht als aus Virtuosität, Lautstärke und technischer Perfektion.
Andante F-Dur für eine Orgelwalze, KV 616 (W.A. Mozart) auf der Celesta: Sternenregen im Mozarteum
Eine selten gute Konzertkritik ist in nd-aktuell.de erschienen. Unter dem Titel „Aimard: von der Kunst, einen Klavierabend zu gestalten“ beschreibt Berthold Seliger fachlich fundiert und erfrischend ehrlich, warum es solche Konzertabende braucht...
Strahlend, auch ohne grelle Scheinwerfer: piano duo Op.353018. György Kurtág liebt diesen Flügel, Schubert hätte es ganz sicher auch getan
...und der Kritiker endet mit dem Absatz:
"Was Schönberg über seine »Sechs kleinen Klavierstücke op. 19« zu Webern sagte, gilt für das gesamte Programm dieses Klavierabends: »Zu meiner Musik muß man Zeit haben. Die ist nichts für Leute, die anderes zu tun haben.« Das Salzburger Publikum hat sich die Zeit genommen und war restlos begeistert. Denn es geht letztlich nicht um irgendeinen Hokuspokus, es ist die Musik, von der alles handelt. Ein Abend, der nach Wiederholung und Nachahmung geradezu schreit."
"Ein Abend, der nach Wiederholung und Nachahmung geradezu schreit“: Pierre-Laurent Aimard